Warum mir meine Werte so wichtig sind!

In der letzten Woche, in der ich mich nochmal intensiv mit den Persönlichkeitstypen beschäftigt habe, ist mir nochmal klar geworden, wie sehr diese Erkenntnis mein Leben verändert hat. Es hilf mir wirklich so so sehr mehr in das Mitgefühl mit mir selbst zu kommen und so auch die Liebe für sich selbst zu entwickeln. Ich benutze mit Absicht das Wort ENTWICKELN. Biyon Kattalathu hatte es in seinem letzten Podcast so wunderschön erklärt, es bedeutet, dass man etwas freigelegt, quasi auspackt, was eigentlich schon tief in unserem Herzen ist. Denn als wir auf diese Welt gekommen sind, waren wir pure (Selbst-) Liebe. Das wird mir immer bewusst, wenn ich meinen wundervollen Neffen sehe.

 

Introvertiert

Also zurück zum Thema: Der Tugendminister, ich bleibe jetzt mal bei der Bezeichnung von Stefanie Stahl aus dem Buch „So bin ich eben!“ Er ist introvertiert, d.h. er bezieht seine Energie aus seinem Innenleben. Wie sich das bei den einzelnen Menschen ausdrückt ist unterschiedlich. Ich zum Beispiel liebe es Bücher über Persönlichkeitsentwicklung, gesunde Ernährung und andere spannende Themen zu lesen, zu baden, zu träumen, mich weiterzubilden. Das heißt ich kann mich gut und gerne mal das ganze Wochenende zu Hause einschließen und nur mit mir und meinen Gedanken sein. Natürlich bin ich auch total gerne mit meinem Freund, meiner Familie oder meinen Freunden zusammen, aber ohne diese Auszeiten, verliere ich schnell den Kontakt zu mir und verliere an Energie.

 

Abstrakt

Der Tugendminister ist abstrakt, das heißt er überschaut das große Ganze und hat weniger Blick fürs Detail. Was bedeutet, dass er tatsächlich nur die Dinge wahrnimmt, die ihn interessieren und irgendwie in sein Weltbild passen, den Rest kann er einfach ausblenden. Das hat natürlich eine Licht- und eine Schattenseite. Er erkennt die ganzheitlichen Zusammenhänge, kann sich aber manchmal nicht an Details oder ganze Sachverhalte erinnern. Eine Anekdote aus meinem Leben. Mein Freund erzählt mir manchmal Sachen und ich merke Sie mir nicht, wenn Sie gerade nicht auf meiner „Agenda“ stehen. Wenn er diesen bestimmten Sachverhalt einige Zeit später nochmal erwähnt, kann ich mich daran absolut nicht erinnern und manchmal bin ich sogar ärgerlich, weil ich dann denke, er teilt nicht seine Gedanken mit mir. Aber die Sprachen der Liebe ist ein Thema für den nächsten Artikel.

 

Fühlend

Der Tugendminister ist ein Fühl-Entscheider. Das bedeutet er trifft Entscheidungen auf Grundlage seiner Gefühle und auf Basis seiner Werte. Er folgt quasi seiner Intuition und seinem Bauchgefühl, was man oftmals jemanden der eher seiner Logik folgt nur schwer verständlich machen kann. Ich habe lange versucht meine Entscheidung anhand von Logik zu treffen, weil ich das so gelernt habe. Das hatte zur Folge, dass ich immer mehr aus dem Gleichgewicht gekommen bin. Jetzt bin ich sehr froh diesen Aspekt zu kennen und mehr meiner Intuition zu folgen.

 

Locker

Der Tugendminister sieht die Welt locker. Er ist offen und neugierig und mag sich nicht so gerne festlegen. Das ist für Menschen, die lieber Pläne machen und sich dann auf diesen Tag freuen, sicherlich unverständlich. Mich zum Beispiel stresst es total, den ganzen Tag durchgeplant zu haben. Ich reagiere lieber spontan und intuitiv auf meine aktuelle Gefühlslage. Ich nehme mir gerne Zeit für Dinge, die ich tue. Wenn ich in einem Gespräch mit einer Freundin bin, mag ich nicht auf die Uhr schauen, wie viel Zeit wir noch haben, sondern bin gerne ganz bei ihr. Das treibt mein Umfeld manchmal in den Wahnsinn, zumindest die die in irgendeiner Form auf mich warten müssen.

 

Diese Eigenschaften treten natürlich nicht separat auf und man hat auch nicht ausschließlich, den einen oder den andren Aspekt, aber da sie sich bedingen, führt das doch zu ein paar Verhaltensweisen, die einen bestimmten Persönlichkeitstyp ausmachen. Ein zentrales Thema beim Tugendminister ist sein stark ausgeprägtes inneres Wertesystem. Sie richten sich quasi nach diesem Wertesystem und streben nach Integrität, sie möchten nach ihren Werten leben. Sie sind auch absolute Idealisten und suche nach neuen Wegen, die Welt zu verbessern. Viele von ihnen leben nach dem kontinuierlichen Verbesserungsprinzip. Das macht es für das Umfeld von Tugendministern manchmal nicht einfach, denn nichts bleibt lange beim Alten. Für meine Eltern ist es manchmal schwer mit meinen Veränderungen klarzukommen. Erst habe ich aus gesundheitlichen Gründen auf Milchprodukte verzichtet, dann habe ich beschlossen mich nur noch vegetarisch zu ernähren und nach einer Dokumentation, die ich ein halbes Jahr später gesehen habe, beschloss ich mich vegan zu ernähren. Da hört das natürlich nicht auf! Ich hinterfrage mich und meinen Lebensstil ständig. Wenn Routinen etabliert sind, dann schaue ich mich weiter nach Verbesserungsmöglichkeiten um. Dieses Jahr stehen die Reduktion von Gluten, Mais und Industriezucker auf dem Plan. Natürlich ist es schwierig für mein Umfeld, aber ich MUSS nach meinen Werten leben. Ich kann nicht zurück! So löblich diese Eigenschaft auch ist, sie hat auch eine Schattenseite den „Perfektionswahn“ und manchmal eben das Gefühl (noch) nicht gut genug zu sein. Menschen sind nicht perfekt, aber es fällt mir manchmal schwer das zu akzeptieren. Und Perfektion lähmt und blockiert auch. Manchmal fange ich Projekte gar nicht erst an oder bringe sie nicht zu Ende, weil sie nicht perfekt sind. Vielleicht steht da auch der Glaubenssatz „Ich muss perfekt sein, um geliebt zu werden“ hinter. Zumindest erkenne ich das jetzt im Alltag und alles, worauf Licht fällt, hat die Chance sich zu wandeln. Und gerade für die selbstkritischen Tugendminister, ist Selbstliebe und der Fokus auf Ihre Stärken elementar, um im Gleichgewicht zu bleiben.

 

Eine besondere Stärke der Tugendminister ist ihre große Empathie. Sie können sich in die Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen einfühlen, sind gute Zuhörer und für sie ist es sehr sehr wichtig in Harmonie mit ihren Mitmenschen zu sein. Die Schattenseite ist dabei, dass es ihnen manchmal schwer fällt sich abzugrenzen und auch mal NEIN zu sagen. Sie neigen dazu, die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen zu stellen. Sie dürfen lernen, dass Harmonie im Außen nicht immer auch Harmonie im Inneren bedeutet und die innere Harmonie ist für uns alle und unsere Gesundheit essentiell. Mir fällt es auch unglaublich schwer nein zu sagen und daher sage ich auch total ungerne eine Verabredung ab, obwohl ich wirklich Zeit für mich bräuchte.

 

Ich hoffe ich konnte euch den Tugendminister näherbringen und eventuell noch mehr Interesse für dieses spannende Konzept wecken.

 

Ich sende euch Licht und Liebe

 

eure Josi

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