Kurkuma

Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, gibt dem Curry die wunderschöne satte Farbe Gelb und gilt im Ayurveda als eines der besten Heilmittel. Die Pflanzen, dessen Wurzeln wir meist als Gewürz verwenden heißen: Curcuma longa oder Curcuma xanthorrhiza, wobei die letztere eher als Arzneimittel Anwendung findet. Beide sind eng mit dem Ingwer verwandt, auf den ich in einem weiteren Artikel zu sprechen kommen werde. Der Inhaltsstoff, der die Wurzel so schön gelb macht, heißt Curcumin. Die Pflanze bildet diesen Stoff um sich selbst vor Krankheitserregern zu schützen. Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Knolle auch bei uns Menschen erstaunliche Wirkungen erzielt: Sie ist entzündungshemmend, antioxidativ, schützt die Leber (unser Entgiftungsorgan), hilft bei der Verdauung, reduziert Blähungen, erhält unsere Darmflora und wirkt als natürliches Antibiotikum! Die Kombination der letzten zwei Punkte ist mir besonders wichtig, da unser Darm der Schlüssel zu unserer Gesundheit ist J und es eine Möglichkeit gibt uns sanft vor schlechten „Bakterien“ zu schützen ohne die „Guten“ zu stören.

 

Wie bin ich zu Kurkuma gekommen? Inspiriert von einem Podcast von Laura Malina Seiler, entstand die Idee mit Ayurveda mein Körpergleichgewicht zu finden. Daraufhin machte ich mir einen Termin für eine ayurvedische Ernährungsberatung. Ich lernte dabei viel über meine Konstitution und was ich essen sollte und was nicht. Leider bin ich bei dem Versuch alles sofort umzusetzen gescheitert. Was aber seitdem hängen geblieben ist, starte deinen Tag mit einem warmen Glas Kurkuma Wasser. Kleiner Spoiler: Ich bin aktuell auf dem Weg Ayurveda nachhaltig in mein Leben zu integrieren und das gelingt mir auch ganz gut durch das Buch „Dein Neuanfang mit Ayurveda“ von Dana Schwandt. Sie vertritt den Ansatz, dass man es mit den Regeln und Verboten nicht übertreiben muss. ;)

 

Was sagt nun die Wissenschaft zu Kurkuma und Curcumin? Es gibt eine Vielzahl von Studien, die sich mit den positiven Wirkungen dieser Wunderknolle auf verschiedene Krankheiten beschäftigt. Ein Punkt, der mir besonders wichtig ist, ist die Wirkung von Curcumin auf Entzündungen. Dafür ist es hilfreich zu klären, was sich hinter dem Wort Entzündungen eigentlich verbirgt. Eine Entzündung ist in einem „gesunden“ Körper eine ganz normale Reaktion des Immunsystems auf einen äußeren Einfluss. Ein äußerer Einfluss ist beispielsweise die starke Vermehrung von „schlechten“ Bakterien im Darm, die wir durch verunreinigte Lebensmittel aufgenommen haben. Oder wenn Bakterien, die sich normalerweise auf Hautoberfläche befinden durch eine Zerstörung der natürlichen Schutzbarriere - der Haut - beispielsweise durch einen Schnitt, in unseren Körper gelangen. Eine Entzündungsreaktion erkennt man durch Schwellungen, Rötungen, manchmal auch durch Schmerz und Wärmeentwicklung. Fieber ist eine natürliche Abwehrfunktion des Körpers auf Pathogene, denn viele Bakterien beispielsweise mögen die erhöhte Temperatur nicht. Für unseren Körper schädlich, ist eine Entzündung erst wenn sie dauerhaft also chronisch verläuft und dies oft auch erst mal unbemerkt bleibt. Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die mit chronischen Entzündungen in Zusammenhang gebracht werden, wie Diabetes mellitus, Rheuma, Alzheimer, Parkinson, Magen-Darm-Erkrankungen und wie sollte es anders sein auch Allergien. Entzündungen und deren Symptome entstehen u.a. durch die Reaktion  unserer Immunzellen auf eindringende Erreger (Bakterien, Viren oder Pilze), die von ihnen als körperfremd erkannt werden. Diese Zellen haben eine Vielzahl an Mechanismen, die eigentlich dem Schutz des Körpers dienen sollen. Sie können aber auch schädlich sein, wenn sie chronisch ablaufen. 80 % der weißen Blutkörperchen in unserem Blut sind neutrophile Granulozyten. Diese Immunzellen bilden zum Beispiel reaktive Sauerstoffformen, die man ROS (reactive oxygen species) nennt. ROS töten aber nicht nur Krankheitserreger, sondern die vermehrten freien Radikale verändern auch Zellstrukturen in unserem Körper. Stoffe, die diesen oxidativen Stress vermindern können, nennt man Antioxidantien und wie bereits erwähnt, wirkt Kurkuma antioxidativ, sorgt also dafür, dass weniger Radikale frei in unserem Körper herumgeistern. Des Weiteren konnte für Curcumin gezeigt werden, dass es die akute und chronische ROS Produktion der Immunzellen am Tiermodell vermindert. In einer anderen Studie wurde gezeigt, dass Curcumin die Ausschüttung von proinflammatorischen Zytokinen vermindert. Zytokine sind die Botenstoffe der Zellen, die darüber wichtige Informationen austauschen. Proinflammatorische Zytokine sagen also den Immunzellen: Kommt alle schnell her hier müssen wir einen Fremdkörper bekämpfen. Auch entzündliche Darmerkrankungen konnten am Tiermodell mit Curcumin therapiert werden.

 

Im Gegensatz zu diesen Ergebnissen, die größtenteils in der Zellkultur oder am Tiermodell ermittelt wurden, sind medizinische Studien an Patienten kontrovers. Obwohl immer wieder gute Ergebnisse mit der Einnahme von Kurkuma bei verschiedenen Erkrankungen wie beispielsweise Alzheimer erzielt werden, sind diese oft nicht statistisch signifikant. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bioverfügbarkeit von Curcumin. Dadurch dass Curcumin sich nicht in Wasser lösen kann, kommt es trotz beispielsweise hoher Einnahme nicht in den Zellen an. Die Bioverfügbarkeit kann man durch die gleichzeitige Einnahme von Fett und Pfeffer erhöhen. Also würzt doch euer Essen mal mit Kurkuma oder probiert eine leckere goldene Milch.

 

Rezept für goldene Milch:

200 - 300 ml Pflanzenmilch (Kokos-, Mandel- oder Reismilch)

1 -2 Kurkumawurzeln (Pulver geht natürlich auch)

1 kleines Stück einer Ingwerwurzel,

1 TL Zimt

eine Prise Pfeffer

etwas Honig

 

Die Zutaten im Standmixer pürieren und kurz aufkochen.              

 

 

Bis dahin,

 

Eure Josi